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Für den neu errichteten Hochaltar der Klosterkirche Brenkhausen schuf Rudolphi 1690/1691 zwei Bilder, erstens das mittlere Bild, die „Maria Himmelfahrt“ (oder auch „Maria Aufnahme in den Himmel“ genannt) und das obere Bild „Maria Krönung“. Das Bild „Maria Krönung“ ist von Rudolphi signiert, das andere aber nicht. Für die Bilder existieren noch Rechnungen von Rudolphi.

Beide Bildthemen sind in der Bibel nur knapp erwähnt und die Situationen sind nicht genauer beschrieben, das heißt, dass es der Kreativität des Künstlers überlassen ist, wie er die Szenen (welcher Ort, welche weiteren Personen …) malt.

„Das Mittelbild des Altares zeigt Szenen aus der Heilsgeschichte und dem himmlischen Geschehen. Außerdem fährt Maria in den Himmel auf. Es sind die zwölf Apostel um den Sarkophag der Maria versammelt. Einige verneigen sich, andere blicken nach oben. Zwei Frauen sie umstehen dichtgedrängt um den Sarkophag, der auf ein Stufenpodest gestellt ist. Einige Jünger verfolgen ergriffen die Aufnahme Mariens in den Himmel, andere sind damit beschäftigt, ihre Kleider in einem Weidenkorb zu bergen. Petrus, durch ein Paar Schlüssel ausgewiesen, hat sich auf den Sarkophag gestützt und blickt in das leere Grab.“

Wenn man die Handbewegungen der beteiligten Personen betrachtet, fällte es dem Betrachter sofort ins Auge, dass da eine Figur ist, deren rechte Hand auf sich selbst zeigt. Warum ist das so? Auf sich zeigt der Maler selbst! Es ist das einzig existierende Selbstportrait von Rudolphi! Diese Handhaltung findet sich nur ein einziges Mal in seinem Gesamtwerk. Das könnte auch der Grund sein, dass Rudolphi das Bild nicht signierte, da es ja u. a. ihn darstellt. Eine Selbstverewigung von Künstler in ihren Stücken war zu der damaligen Zeit gang und gäbe. Und das ist auch in diesem Bild so, in der Kirche von „Brenkhausen, unser Dorf!“ Einige Forscher erkennen auch im Altarbild von Borgentreich-Natzungen ein Bildnis von Rudolphi, diese Ansicht ist aber umstritten.

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