Station 7: „eine weitere wichtige Familie in Brenkhausen, die Familie Sarrazin“
Wohltäter mit einer gewissen Prise Exzentrik, Schulstrasse 3, Haus Mönkemeyer, ehemaliges Wohnhaus der Familie Sarrazin
Der Name Sarrazin: Sarrazin bzw. Sarasin ist ein ursprünglich französischer Familienname, der etymologisch auf die Sarazenen zurückzuführen ist. Er wurde nach Rückkehr von einem Kreuzzug vergeben, bedeutet also: Jemand, der im Land der Sarazenen war. Wie kommen ursprünglich französische Familiennamen nach Westfalen? Familiennamen wie: Sarrazin, Pamme, Laschet, Kanand … deuten auf die Flucht von französisch sprechenden Evangelischen den sogenannten „Hugenotten“ hin. Während in Deutschland die Reformation von den Landesherren geduldet oder gefördert wurden, waren die Protestanten in Frankreich und Belgien verboten. Die erste Fluchtbewegung der Evangelischen erfolgte vom heutigen Wallonien über Wesel, Köln nach Westfalen, die zweite Fluchtbewegung dann von Südfrankreich aus über die Schweiz (Genf, Basel (heute Bankhaus Sarasin)) nach Frankfurt, um von dort über Kassel, Hann.-Münden, Bad Karlshafen nach Höxter zu gelangen. Es wird von über 170.000 Personen gesprochen, die so in der Reformationszeit nach Deutschland kamen. Viele von den Flüchtlingen sind Evangelisch geblieben, einige Familien sind im Laufe der Zeit Katholisch geworden, so auch die Familien Pamme, Laschet und Sarrazin. Das war die erste große Fluchtbewegung der Neuzeit in Europa. Weitere Fluchtströme werden bis in die jüngste Zeit im Anschluss folgen und dann auch Brenkhausen betreffen.
Auch die Familie Sarrazin bekleideten viele Jahrzehnte lang das Amt des Gemeindevorstehers, zur damaligen Zeit waren sie die wohlhabendste Familie im Dorf. Sarrazins unterstützen mit Geldbeträgen den Bau der Volksschule (1822) und den Neubau des Kirchturms mit seinen Glocken (1874).
Der Ortsheimatpfleger Hans Braune hat umfangreich über die Familie Sarrazin geforscht!